Beim Hausbau gerät der Zeitplan schnell ins Rutschen. Und plötzlich steht der Rohbau im November da, die Nächte werden frostig – und die Fassade ist noch nicht verputzt. Die Frage, die wir dann oft hören: Kann man das jetzt noch machen?
Kann man im Winter verputzen?
Meist nein – jedenfalls nicht ohne Risiko. AuĂŸenputz bindet nur bei ausreichender Temperatur richtig ab. Friert er in den ersten Tagen, wird er mĂ¼rbe, reiĂŸt oder löst sich später ab. Die Folgekosten sind oft höher als ein paar Monate Warten.
Ab welcher Temperatur darf man verputzen?
Die meisten Hersteller verlangen mindestens +5 °C – fĂ¼r Luft und Untergrund, und zwar nicht nur beim Auftragen, sondern auch in den Tagen danach. Ideal sind Temperaturen um 15 bis 20 Grad ohne Regen und ohne pralle Sonne.
In höheren Lagen im Saale-Orla-Kreis, im Vogtland und im Frankenwald kann es schon im Oktober nachts frieren. Hier endet die Putzsaison oft frĂ¼her, als Bauherren denken.
Was passiert, wenn Putz Frost abbekommt?
- Abbinden gestört – der Putz erreicht nie seine volle Festigkeit
- Abplatzungen – gefrorenes Wasser sprengt die Oberfläche
- Risse – zeigen sich oft erst im nächsten Jahr
- Flecken – ungleichmĂ¤ĂŸiges Trocknen hinterlässt Wolken in der Farbe
Spezielle Winterputze oder Zusätze verschieben die Grenze ein wenig. Gegen echten Frost helfen sie nicht.
Was spricht trotzdem fĂ¼r das Verputzen im Winter?
Meist der Zeitplan oder das GerĂ¼st, das sonst bis zum FrĂ¼hjahr stehen bleibt. Manchmal geht es mit Einhausung und Beheizung des GerĂ¼sts. Das ist aufwendig und lohnt sich nur in Ausnahmefällen.
Wie schĂ¼tze ich unverputztes Mauerwerk Ă¼ber den Winter?
Mit Planen oder Folien, die mit etwas Abstand vor der Wand hängen. So läuft Regen ab, und dahinter kann Luft zirkulieren. Direkt auf der Wand gespannte Folie hält dagegen Feuchtigkeit fest.
Wichtig sind auĂŸerdem Mauerkronen, FensterbankanschlĂ¼sse und Sockel – dort dringt Wasser am leichtesten ein.
Kann man in ein unverputztes Haus einziehen?
In der Regel ja. Die fehlende Fassade ist ein optischer Mangel, kein Bewohnbarkeitsproblem – solange das Mauerwerk geschĂ¼tzt ist. Verputzt wird dann im FrĂ¼hjahr bei passendem Wetter.
Wie läuft das Verputzen einer Fassade ab?
1. Untergrund prĂ¼fen
Trocken, tragfähig, sauber. Feuchtes Mauerwerk muss erst austrocknen.
2. Vorbereiten
Eckschienen, AnschlĂ¼sse an Fenster und Sockel, Armierung an kritischen Stellen.
3. Unterputz
Wird aufgetragen und braucht je nach Material einige Tage Standzeit.
4. Oberputz
Struktur nach Wunsch – gerieben, gekratzt, gefilzt.
5. Anstrich
Je nach Putzsystem folgt ein Fassadenanstrich.
Wovon hängen die Kosten ab?
- Fassadenfläche – GrĂ¶ĂŸe, Höhe, GerĂ¼st
- Putzsystem – mineralisch, Kalk, Silikat, Silikonharz
- Untergrund – Vorarbeiten und Armierung
- Jahreszeit – Einhausung im Winter kostet extra
Preise nennen wir nicht pauschal, weil jedes Objekt anders ist. Nach einer kostenlosen Besichtigung bekommen Sie ein schriftliches Angebot – im Raum Tanna, Schleiz, Bad Lobenstein, Plauen, Hof und Zeulenroda.
Häufige Fragen
Wie lange muss Putz vor Frost geschĂ¼tzt sein?
Mindestens in den ersten Tagen nach dem Auftragen. Genaue Angaben stehen im technischen Merkblatt des Herstellers.
Kann man bei Regen verputzen?
Nein. Regen wäscht Bindemittel aus und hinterlässt Flecken. Frischer Putz muss geschĂ¼tzt werden.
Ist zu viel Sonne auch schlecht?
Ja. Trocknet Putz zu schnell, entstehen Schwindrisse. An heiĂŸen Tagen wird frĂ¼h morgens gearbeitet oder beschattet.
Kann ich den Innenputz im Winter machen?
Ja, wenn das Haus beheizt und gelĂ¼ftet wird. Innen ist die Temperatur kontrollierbar.
Wann ist die beste Zeit zum Verputzen?
Bei uns in der Region meist von Mai bis September.
Was kostet es, wenn Winterputz schiefgeht?
Im schlimmsten Fall muss der Putz komplett runter und neu aufgebracht werden.
Wenn der Bau sich zieht, lohnt sich ein kurzer Anruf im Spätsommer – dann lässt sich die Fassade noch in die warme Zeit legen. Mehr zum Thema: Fassadensanierung.